Bevor ich aktiv joggen gegangen bin, habe ich viele Jahre Basketball gespielt. Das ständige Abbremsen, Beschleunigen und Springen war dabei jedoch nicht wirklich gesund für meine Gelenke und Knie. Vor allem mein rechtes Knie hat mir immer sehr viele Schmerzen bereitet. Gott sei Dank habe ich beim Laufen diese Schmerzen nicht und bis auf kleinere Wehwechen ist alles gut. Ich musste noch nie einen Wettkampf wie Jan absagen, der im Moment ja leider wegen seiner Achillessehne sich erst kürzlich unters Messer gelegt hat. Doch andere Läufer haben es nicht so leicht und haben oft eine sehr gängige Verletzung: das Läuferknie (medizinisch: iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) zählt bei Ausdauersportlern zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Etwa jeder vierte Läufer hat zumindest schon einmal mit den Schmerzen an der Knieaußenseite Bekanntschaft gemacht.
IMG_20130908_144634

Doch wieso haben so viele Läufer mit dem Problem zu kämpfen? Die wichtigsten Ursachen für die Entstehung eines Läuferknies sind:

– unzureichendes Aufwärmen und Dehnen vor der Sporteinheit
– zu langes Laufen auf hartem Untergrund
– abrupte Stops und Go’s
– zu schnelle Trainingssteigerung
– Überlastung
– falsches Schuhwerk
– falsche Lauftechnik
– unterschiedlich lange Beine
– O-Beine

Die genannten Ursachen können dazu führen, dass das Zusammenspiel aller an der Kniebewegung beteiligten Strukturen, wie Knochen, Bänder, Knorpel, Muskulatur und Menisken gestört wird. Zunächst machen sich die typisch stechenden Schmerzen unterhalb der Kniescheibe oder an den Außenseiten des Kniegelenks lediglich beim Bergablaufen, später auch bei Gehen bemerkbar. Der Grund: Die an der äußeren Seite des Oberschenkels zum Schienbein hin verlaufende Sehnenplatte scheuert über die Kniegelenksknochen. Dadurch entzündet sich das strapazierte Gewebe, was im fortgeschrittenen Stadium zu einer Schwellung und bei Bewegung zu einem hörbaren Knirschen, verbunden mit heftigen Berührungsschmerzen führt.

Die Therapie zielt zunächst einmal darauf ab, die akuten Schmerzen zu lindern. Hierfür kann der Arzt sowohl schmerzlindernde, entzündungshemmende und abschwellend wirkende Medikamente verschreiben, als auch Betäubungsmittel direkt in die betroffene Stelle spritzen. Zur Stabilisierung des Knies empfiehlt sich das Tragen einer Bandage. Es gibt verschiedene Modelle aus der Apotheke und auch im Fachgeschäft, deren Nutzung aber vorab mit einem Arzt abgesprochen werden sollte, um das passende Modell zu finden. Im weiteren Verlauf ist die Schonung des Knies oberstes Gebot.

Oft ist eine Laufpause von zwei bis drei Monaten notwendig. Erst wenn die für das Läuferknie typischen Beschwerden vollständig abgeklungen sind, darf mit krankengymnastischen Übungen, später mit einem leichten Training begonnen werden. Gleichzeitig sollte der gezielte Aufbau der Muskulatur, am besten unter Anleitung eines erfahrenen Trainers oder Sporttherapeuten, erfolgen. Ein paar gute Übungen gibt es auch auf Runner`s World.
2013-05-27 17.52.21
Um einem Läuferknie vorzubeugen, sollte der Sportler keinesfalls auf ausgiebige Aufwärm- und Dehneinheiten vor der eigentlichen Belastung verzichten. Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die Beinaußenseiten zu richten, etwa indem die Beine überkreuz aufgestellt werden und sich der Läufer vornüberbeugt. Auch die passenden Laufschuhe und bei Fußfehlstellungen individuelle Einlagen können helfen, ein Läuferknie von vornherein zu vermeiden. Auch das richtige Abtapen hilft, wenn man bereits seine Beschwerden kennt. KINESIOLOGIE Tape ist eine Marke, auf die man hier zurückgreifen kann. Treten die Beschwerden trotzdem auf, kann es sich lohnen, den eigenen Laufstil kritisch unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls unter professioneller Anleitung zu verbessern. Die beste Maßnahme gegen Überlastung ist gerade für Läufer gezielt durchgeführter Ausgleichssport, wie Radfahren, Schwimmen und moderates Krafttraining.

ähnliche Artikel

3 thoughts on “Diagnose Läuferknie: Ursachen, Therapie, Maßnahmen zur Vorbeugung

  1. Ich gebe dir da ja mal sowas von Recht.

    Wobei Laufen, im Gegensatz zu Ballsportarten (habe selbst 20 Jahre Handball gespielt) eindeutig gelenkschonender ist!

    1. Wenn man es nicht gerade übertreibt dann ist es wirklich gelenkschonender. Mit Laufen habe ich auch am wenigsten Probleme, selbst beim (Brust)Schwimmen macht mir mein Knie noch zu schaffen.

  2. mit dem Knie hatte ich durch das Laufen noch nie Probleme. Aber einmal eine Ermüdungserscheinung am Mittelfußknochen des rechten Beins. Bedingt durch zuviel laufen und wohl auch mit den falschen Schuhen. Fühlte sich an wie eine Knochenprellung. 8 Wochen lang Fuß kaum belastet dann war wieder alles Ok.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *