Jabra Sport Pulse Wireless-Kopfhörer im Test

Früher gab es nur die Möglichkeit mittels Brustgurt die Herzfrequenz zu messen. Heutzutage gibt es dafür GPS Uhren und sogar Kopfhörer. Die Jabra Sport Pulse Wireless-Kopfhörer sind solche Bluetooth-Kopfhörer mit integrierterm Pulsmesser. Da ich es hasse mit viel Equipment zu laufen eine spannende Lösung. Das Handy habe ich eh immer beim Laufen dabei, somit könnte ich meine Tools auf ein Minimum beschränken. Doch lohnen sich die Jabra Sport Pulse Wireless-Kopfhörer? Ich habe die Kopfhörer ausgiebig getestet.

Der Sitz im Ohr

Bislang habe ich bei Laufkopfhörern immer Abstand von In-Ear-Kopfhörern genommen. Oft sitzen diese nicht richtig und die Erschütterung beim Laufen wird über die Kabel übertragen, sodass man jeden Schritt akustisch mithört. Damit die Sport Pulse Wireless-Kopfhörer sicher sitzen, sind im Lieferumfang verschiedene Eargels und EarWings enthalten. Mit der korrekten Kombination sitzen die Kopfhörer bombensicher. Durch den Halt dämpfen die Kopfhörer zudem auch merkbar die Außengeräusche. Für Leute, die in der Stadt laufen kann dies in der Kombination mit lauter Musik durchaus ein Risiko darstellen.
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Software

Damit die Kopfhörer sich mittels Bluetooth mit dem Handy verbinden können muss der entsprechende Service installiert werden. Das Setup ist recht einfach und die Kopfhörer sind schnell mit dem Handy verbunden. Zusätzlich bietet Jabra eine eigene Musik-App und die Sport Life App an. Von der Musik App kann man aber leider nur abraten. Hässliches Design, Probleme große Musikdateien abzuspielen, Probleme beim Vor- und Zurückspulen und schlechte Menüführung. Die Sport Life App ist optisch ansprechender und bietet nette Funktionen. Die Auswertungsmöglichkeiten sind jedoch stark begrenzt und die Anzeige der Herzfrequenz nicht wirklich gut. Zudem gesellt sich an der ein oder anderen Stelle Rechtschreibfehler dazu. Das schlimmste an der App ist jedoch die fehlende Exportfunktion. Was bringt es einem, wenn man die Daten nur auf dem Handy hat. Die einzige Möglichkeit ist ein Export als CSV Datei und dann händisch importieren. Das macht die Jabra Sport Life App aus meiner Sicht total sinnlos. Wie sieht die Lösung aus? Zum Glück gibt es noch andere Apps, die die Kopfhörer auch als Herfrequenzmesser akzeptieren. Dies sind unter anderem Endomondo, RunKeeper, MapMyFitness, Strava und Runtastic. Somit kann man externe Apps nutzen, die entsprechend auf die Funktionen des Jabra Sport Pulse zurückgreifen.
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Klang & Messgenauigkeit

Wie genau kann eigentlich ein Messgerät sein, welches im Ohr steckt? Am Anfang war ich hier etwas skeptisch. Doch nach mehreren Testreihen kann ich sagen, dass die Sport Pulse und auch meine TomTom Runner Cardio meist den gleichen Puls anzeigen. Ab und zu gibt es leichte Abweichungen von 1-2 Pulsschlägen, aber das denke ich ist vollkommen ok. Einzig am Anfang schwanken die Anzeigen noch deutlicher auseinander, aber sobald man den ersten Kilometer hinter sich hat ist die Anzeige sehr akkurat. Hier war ich positiv überrascht, wie gut die Sport Pulse funktioniert. Ansonsten ist der Klang besser als bei meinen 30 Euro adidas Sportkopfhörern, aber schlechter als bei Audiokopfhörern im gleichen Preissegment. Für den normalen Läufer also eine qualitative Verbesserung.
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Mein Fazit

Die Jabra Sport Pulse Wireless-Kopfhörer sitzen gut, der Sound ist top und der Herzfrequenzmesser misst genau. Auch wenn der Preis von 199 Euro recht hoch ist, wer eh immer mit Kopfhörern und Smartphone läuft sollte zugreifen. Wer keine Lust auf Brustgurt und Uhr hat ist mit den Sport Pulse super bedient. Hier muss sich Jabra aber auch bei den externen Apps bedanken. Gäbe es nur die Sports Life App so gäbe es keine Kaufempfehlung. Erst das Koppeln mit den Apps hilft einem, das Training auch ordentlich auszuwerten. Eine Auswertung nur auf dem Handy ist wertlos.

Die Jabra Sport Pulse Wireless-Kopfhörer wurden mir kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Auf die Bewertung in diesem Testbericht hat das keinerlei Einfluss gehabt.
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6 thoughts on “Jabra Sport Pulse Wireless-Kopfhörer im Test

  1. Auch ich bin kein Freund der Brustgurte, denn nach (sehr) langen Läufen scheuern die doch ganz erheblich – und der erste Wasserstrahl beim Duschen tut entsprechend weh…

    Ich verwende den V800 von POLAR für meine Trainingsaufzeichnungen. Ist Dir bekannt, ob der JABRA damit gekoppelt werden kann? Wenn das funktioniert, könnte ich mir die Anschaffung durchaus vorstellen.

    1. Mein Problem mit Gurten ist auch, dass die Dinger wie blöde rutschen und ich dann immer am nachjustieren bin.

      So weit ich weiß kannst du die Kopfhörer mittels Bluetooth nur mit den von mir genannten Apps koppeln. D.h. wenn diese Apps mit der Polar koppelbar sind, dann wäre das möglich? Erfahrung habe ich damit aber nicht gemacht.

  2. Schöner Test, deckt sich ja mit meinem! Das koppeln mit strava muss ich unbedingt mal testen! Irgendwie bin ich einer der wenigen den der brustgurt Null stört oder?;)

    1. Das Koppeln funktioniert bei mir mit endomondo super – denke das läuft dann auch mit Strava rund.

      Ich weiß auch nicht was bei dir falsch läuft :p Aber bei mir rutschen die immer und nerven mich einfach nur. Von daher ein „hooray“ für GPS Uhren und Sportköpfhörer mit Herzfrequenzmessung 🙂

  3. Bei meinen Tests mit Strava verlief die Herzfrequenzmessung bei verbundenem Kopfhörer automatisch, der Sensor wurde schon nach kurzer Zeit (15 Sekunden) von der App erkannt. Größere Probleme bei der Herzfrequenzmessung, die auch im direkten Vergleich mit einer GPS-Pulsuhr von Garmin mit einem Brustgurt Ergebnisse mit nur minimalen Abweichungen zutage förderte, habe ich mit dem Jabra Sport Pulse Wireless nicht erfahren. Ab und an kommt es vor, dass die Herzfrequenzmessung kurz aussetzt und während des Trainings kein Wert angezeigt wird – diese Tatsache lässt sich aber beheben, indem der linke Ohrhörer etwas gedreht und tiefer ins Ohr gedrückt wird. In meiner ganzen Testphase mit dem Jabra Sport Wireless ist dieses Problem allerdings nur etwa 2-3 Mal aufgetreten.

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